Dachbegrünung & ökologische Systeme

Gründächer sind längst mehr als ein „Nice-to-have“: Sie sind ein funktionales Dachsystem, das Gebäudehülle, Wasserhaushalt und Energieeffizienz intelligent zusammendenkt.

Mit unseren Lösungen im Bereich Dachbegrünung & ökologische Systeme schaffen wir belastbare, normgerechte Aufbauten – vom klassischen extensiven Gründach über Retentionsdächer bis hin zur Kombination mit Photovoltaik (Solar-Gründach).

Unser Anspruch: sauber geplante Schichten, klare Schnittstellen und ein Betriebskonzept, das auch nach der Abnahme funktioniert.

Kurzfazit für Entscheider

Ob extensivretentiv oder als Solar-Gründach: Wir liefern keine „Grün-Deko“, sondern ein belastbares Dachsystem – mit abgestimmtem Aufbau, sauberer Entwässerungslogik und einem Pflegekonzept, das den Werterhalt planbar macht. 

Extensive Dachbegrünung

Die extensive Dachbegrünung ist die wirtschaftliche Standardlösung für viele Flachdächer und flach geneigte Dächer. Sie ist leicht, robust, pflegearm und bietet eine überzeugende ökologische Performance.

Systemaufbau (typischer Schichtenaufbau – projektspezifisch angepasst)

Damit das Gründach dauerhaft funktioniert, kommt es auf einen systematisch abgestimmten Aufbau an:

  • Dachabdichtung / Wurzelschutz

    • Je nach Abdichtungssystem ist eine separate Wurzelschutzbahn erforderlich oder die Abdichtung ist wurzelfest ausgeführt.

  • Schutzlagen

    • Mechanischer Schutz der Abdichtung gegen Belastungen aus dem Oberbau (Montage, Wartung, Bewegungen).

    • Häufig als Schutzvlies/-matte ausgeführt – abhängig vom Systemanbieter.

  • Drän- und Wasserspeicherebene

    • Sorgt für kontrollierten Wasserabfluss und gleichzeitig für Wasserspeicherung zur Pflanzenversorgung.

    • Ausführung als Dränplatte, Dränmatte oder mineralische Dränschicht (systemabhängig).

  • Filterlage

    • Verhindert das Einschwemmen von Feinanteilen ins Dränsystem und sichert die Entwässerungsleistung.

  • Substrat

    • Speziell für Dachbegrünung: leicht, strukturstabil, nährstoffdefiniert.

    • Schichtdicke je nach Zielvegetation und Statik.

  • Vegetationsaufbau

    • Vegetationsmatten (z. B. Sedum-Matten) für schnelle Begrünung und zügige Flächenwirkung,

    • alternativ Ansaat oder Sprossen (projekt- und budgetabhängig).

Vegetationsmatten (Vorteile im Projektgeschäft)

Vegetationsmatten liefern einen planbaren Weg: schnelle Flächenabdeckung, reduzierte Erosionsgefahr, sofortige Optik – ideal, wenn Zeitpläne straff sind oder eine schnelle Begrünungswirkung gefordert ist.


Retentionsdächer / Wasserrückhalt

Wenn das Ziel nicht nur „grün“, sondern zusätzlich hydrologisch wirksam sein soll, kommen Retentionsdächer ins Spiel. Hier wird Niederschlag gezielt zurückgehalten, verzögert abgegeben oder – je nach System – in definierten Mengen gespeichert.

Was Retention im Projekt bedeutet

  • Entlastung der Entwässerung: weniger Spitzenabfluss bei Starkregenereignissen.

  • Planbarer Wasserhaushalt: Systeme können auf Abflussbeiwert, Drosselung und Speichervolumen ausgelegt werden.

  • Synergie mit Begrünung: gespeichertes Wasser unterstützt Vegetation und Verdunstungskühlung.

Systemlogik (je nach Hersteller/Planung)

Retentionsdächer werden in der Regel über eine speichernde Drän-/Retentionsschicht (z. B. Retentionsboxen, Retentionsplatten, Speicher-Drän-Elemente) plus definierte Abflussdrossel realisiert. Welche Lösung passt, hängt ab von:

  • Statik / Zusatzlasten,

  • gewünschtem Rückhaltevolumen,

  • Entwässerungskonzept (Notentwässerung, Anstauniveau),

  • Dachgeometrie und Anschlusspunkten.

Wir denken das Retentionsdach nicht als „Produkt“, sondern als Systemauslegung: Zielwerte definieren, Aufbau auswählen, Details/Anschlüsse sauber lösen, Betriebssicherheit absichern.


Pflegekonzepte und Wartungsintervalle

Ein Gründach ist ein technisches System mit Vegetationsanteil – und damit gilt: Betriebssicherheit + Optik + Funktion hängen von einem klaren Pflegeplan ab. Wir liefern auf Wunsch ein Pflegekonzept mit dokumentierten Intervallen, Checklisten und Zuständigkeiten.

Typische Wartungs- und Pflegebausteine

  • Kontrolle der Dachentwässerung (Gullys, Kiesfänge, Notüberläufe): frei von Bewuchs und Substrat.

  • Vegetationscheck: Aufwuchs, Lücken, unerwünschte Arten.

  • Substrat-/Erosionskontrolle: Ränder, Anschlüsse, Gefällebereiche.

  • Dachdetails & Anschlüsse: Attika, Durchdringungen, Randbereiche, Wartungswege.

  • Nachpflege / Nachdüngung (falls erforderlich, abhängig von Vegetation und Substrat).

  • Bewässerungsstrategie: meist nur in der Anwuchsphase, bei Retentions-/Spezialsituationen abweichend.

Empfohlene Intervalle (als praxisnahe Orientierung)

  • Anwuchsphase (erstes Jahr): 2–4 Kontrollgänge (je nach Witterung/Vegetationsform).

  • Regelbetrieb (extensiv): 1–2 Wartungen pro Jahr.

  • Retentionsdächer / Solar-Gründach: häufig 2 Wartungen pro Jahr, da zusätzliche Komponenten (Drosseln, Aufständerung, Wartungswege) geprüft werden müssen.


Kombination mit PV: Solar-Gründach (je nach Projekt)

Die Kombination aus Photovoltaik + Dachbegrünung ist ein echter Performance-Hebel – vorausgesetzt, sie ist sauber geplant. Ein Solar-Gründach verbindet Stromertrag mit ökologischer Dachfunktion. Der Clou liegt in den Schnittstellen: Statik, Windsog, Durchdringungen, Wartungszugang und Verschattung müssen zusammenpassen.

Projektvorteile (wenn richtig umgesetzt)

  • Synergien im Betrieb: Begrünung kann das Mikroklima verbessern (Verdunstungskühlung) – je nach Anlage/Standort kann das PV-Umfeld thermisch profitieren.

  • Effiziente Flächennutzung: Energiegewinnung und Regenwassermanagement auf derselben Dachfläche.

  • Bessere Dachökologie: trotz technischer Nutzung bleibt die Fläche „aktiv“.

Was wir im Projekt sauber klären

  • Aufständerungssystem: ballastiert vs. befestigt, kompatibel mit Gründachaufbau.

  • Wartungswege / Trittflächen: sichere Begehung ohne Vegetationsschäden.

  • Abstände / Verschattung: Vegetationshöhe, Modulreihen, Ertrag.

  • Detailpunkte: Kabelmanagement, Randbereiche, Brandschutzanforderungen (projektspezifisch).